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Welttheater im Kleinformat

Welttheater im Kleinformat

Craig Davison, heute ein „alter Hase“, arbeitete als Cartoonist und Developer in der Spieleindustrie. Seine eigentliche Leidenschaft aber war das Malen und Zeichnen und schon schnell fand er sein Steckenpferd: Kinder und ihre Träume von der Zukunft, vom Held-sein in einer bösen Welt und vom Leben in anderen phantastischen Realitäten. Er macht das „Welttheater“ sichtbar, das sich in den Köpfen und Träumen von Kindern abspielt, mit all ihren ihren Wünschen, ihren Träumen und Phantasien.

Dazu braucht es eine Bühne, ein Theater oder ein Marionettentheater – eben „die Bretter, die die Welt bedeuten“. Wenn man Davisons Bilder betrachtet, hat man in der Tat das Gefühl, vor einer Bühne oder einer Leinwand zu sitzen. Im Vordergrund immer das Kind oder ein Gruppe bei der Ausübung diverser Tätigkeiten und dahinter tobt, was sie wirklich im Innersten bewegt. So werden aus sieben Jungs auf ihren Fahrrädern die „Glorreichen Sieben“, der kleine kurzsichtige Junge mit der großen Brille mutiert zum Yedi (Can You Feel The Force?) und ein Junge mit seinem Vierbeiner sprintet wie Batman und Robin auf den Betrachter zu.
Die Kinder und Jugendlichen auf Davisons Bildern sind phantasievolle Rabauken. Sie schneiden Faxen, grinsen verwegen, oft mit zusammen gekniffenen Augen und hampeln umher: brüllend, lebendig und impulsiv. Es scheint, als wollten sie mit ihren grotesken, tänzerischen Aktionen die Dämonen und Helden beschwören, die im Hintergrund übermächtig aufsteigen. Und um die kindliche Illusion abzurunden oder vielmehr Realität werden zu lassen, werden hier und da einfache Gebrauchsgegenstände ins Spiel gebracht. Ein Regencape wird zum Superheldenanzug, ein Holzstock zum Laserschwert, ein Fahrrad zum wilden Hengst. Dabei gelingt es Davison mit Leichtigkeit, die gespielte Szene den Kindern ins Gesicht zu pinseln. Pose, Haltung, Ausdruck – alles passt um Vorlage und Original zu verschmelzen. Während die Kinder meist in starker Farbigkeit wiedergegeben sind, ist das Geschehen in der Schattenwelt des Bildgrunds in monotonen Farben gehalten, in denen die Traumfiguren zu schweben scheinen. Stilistisch eine Mischung aus Kunst und Comic, bringen mich Bilder zum Schmunzeln, auch, weil Erinnerungen an die eigenen Kindheit wach werden…
Sind das aber wirklich nur die Wunschbilder der Kinder oder sind es eher die Vorstellungen des Künstlers. Ich würde sagen: beides. Natürlich träumen Kinder von ihren Idolen, Davisons bildet das aber nicht nur platt ab, sondern setzt das Kind und seine „Schatten“ in einen spannungsvollen Bezug zueinander, nicht selten mit ironischem Unterton. Das macht diese Bilder reizvoll, das macht sie eigentlich erst zu Kunst. In diesem Genre konnte Davison auf diverse Kollegen der Kunstgeschichte zurückgreifen, zuerst auf den Spanier Francisco de Goya (1746 – 1828). Dieser schuf 80 eindrucksvolle Tafeln in den Techniken der Radierung und Aquatinta, die er Caprichos nannte, was soviel wie bedeutet wie "Launen, Einfälle". Mit diesen grafischen Blättern richtete er sich vor allem gegen den Herrschaftsanspruch von Adel und Klerus.

Zu dem Blatt Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer schrieb er selbst: "Die Phantasie, verlassen von der Vernunft, erzeugt unmögliche Ungeheuer; vereint mit ihr ist sie die Mutter der Künste und Ursprung der Wunder."

Er war aber beileibe nicht der einzige, der sich dieser Darstellungsform bediente. Immer wieder finden wir in der Kunstgeschichte Bilder von Träumenden, Versunkenen und Sinnenden und dem, was sich ihre Phantasie ausmalt: Heilige träumen vom Paradies oder von Höllenqualen, die drastisch gezeigt werden. Helden träumen von der Geliebten daheim und von den Abenteuern, die sie entweder schon bestanden haben oder die sie noch erwarten. Die Palette ist breit. Die Kunst macht es möglich, Erdachtes und Erträumtes bildlich darzustellen und in Bezug zur eigenen Realität zu setzen. Aus Imignation wird Realität.

Wie das geht, zeigt uns auch Craig Davison in seinen überraschenden, wundersamen Bildern, die sich auch gut über dem Kamin machen.


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